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<title>Julius Emes</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Julius Emes</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Julius Emes</b> (* um 1580; † nach 1629) war ein <a href="Bildhauer" class="mw-redirect" title="Bildhauer">Bildhauer</a> der <a href="Renaissance" title="Renaissance">Renaissance</a> und des <a href="Barock" title="Barock">Barock</a>, dessen Werke sich vor allem in der bayerischen <a href="Rh%C3%B6n" title="Rhön">Rhön</a> erhalten haben. Emes gilt als einer der wenigen namentlich bekannten Bildstockmeister und schuf religiöse Kleindenkmäler in der <a href="Bildstocklandschaft_Franken" title="Bildstocklandschaft Franken">Bildstocklandschaft Franken</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Julius Emes wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts geboren. Da die ersten Arbeiten des Bildhauers im Jahr 1600 nachgewiesen werden können, ist davon auszugehen, dass Emes um 1580 geboren wurde und früh eine künstlerische Ausbildung erhielt. In der Rhön existierten in der Spätrenaissance mehrere Bildhauer mit dem <a href="Nachname" class="mw-redirect" title="Nachname">Nachnamen</a> Emes, die wohl in einem nicht bekannten Verwandtschaftsverhältnis zu Julius standen. Nachweisbar sind Valentin Emes, Balthasar Emes, Nikolaus Emes und Max Emes. Die beiden Letztgenannten lieferten Figuren und Altäre für die <a href="M%C3%BCnnerstadt" title="Münnerstadt">Münnerstädter</a> Pfarrkirche. Daneben lebte zwischen 1575 und 1600 ein Wolf Emes in Münnerstadt, bei dem es sich vielleicht um den Vater und Lehrer von Julius handelte.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Seit 1601 ist Julius Emes in den städtischen Steuerbüchern von Münnerstadt erwähnt. Er besaß ein Wohnhaus in der Stadt, betrieb eine Werkstatt und hielt auch Tiere, so zahlte er Steuern für eine Kuh. Emes wurde als selbstständiger Meister genannt. Er verzog später nach <a href="Gro%C3%9Fbardorf" title="Großbardorf">Großbardorf</a>, wo weitere Arbeiten entstanden und auch die Verträge über seine Hauptwerke geschlossen wurden. Emes wirkte im Gebiet des <a href="Hochstift_W%C3%BCrzburg" title="Hochstift Würzburg">Hochstifts Würzburg</a>. Er war einer der Bildhauer, der für den Fürstbischof <a href="Julius_Echter_von_Mespelbrunn" title="Julius Echter von Mespelbrunn">Julius Echter von Mespelbrunn</a> arbeitete und dessen gegenreformatorische Agenda durch seine Arbeiten unterstützte.
</p><p>Emes ist insbesondere über die von ihm geschaffenen <a href="Wappenschild" title="Wappenschild">Wappenschilde</a> bekannt, die mit seinen Initialen „I E“ ausgestattet wurden. Sie wurden im Auftrag des Würzburger Fürstbischofs geschaffen und zeigen in der Regel die drei Ringe der Familie Echter oder das gemehrte Bischofswappen des Julius. Daneben nahm Emes auch Aufträge vom Bruder <a href="Valentin_Echter_von_Mespelbrunn" title="Valentin Echter von Mespelbrunn">Valentin Echter von Mespelbrunn</a> des Julius Echter an. So geht auch sein Hauptwerk auf den Amtmann Valentin zurück. Es ist das <a href="Epitaph" title="Epitaph">Epitaph</a> für diesen, das schon zu Lebzeiten des Adeligen gearbeitet wurde und um 1614 entstand. Die letzte nachweisbare Arbeit ist ein Bildstock in Sulzfeld im Grabfeld. Es ist davon auszugehen, dass Emes um 1629 starb. Arbeiten von ehemaligen Werkstattmitgliedern und seines Umfeldes lassen sich auch später noch nachweisen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke_(Auswahl)"><span id="Werke_.28Auswahl.29"></span>Werke (Auswahl)</h2></div>
<p>Die Arbeiten von Julius Emes haben künstlerisch eine hohe Qualität. Insbesondere die <a href="Bildstock" title="Bildstock">Bildstöcke</a> des als Bildstockmeister zu bezeichnenden Mannes rechnen qualitativ zu den höchsten in Franken, sie wurden von hochgestellten Stiftern wie etwa Kilian Gullmann, dem Abt von <a href="St._Stephan_(W%C3%BCrzburg)" title="St. Stephan (Würzburg)">St. Stephan</a>, in Auftrag gegeben. So haben sich heute noch mehrere Arbeiten in den Landkreisen <a href="Landkreis_Bad_Kissingen" title="Landkreis Bad Kissingen">Bad Kissingen</a> und <a href="Landkreis_Rh%C3%B6n-Grabfeld" title="Landkreis Rhön-Grabfeld">Rhön-Grabfeld</a> erhalten.
</p><p>Als Hauptwerk des Künstlers gilt das Epitaph des Valentin Echter von Mespelbrunn aus der Zeit um 1614. Es stand ursprünglich in der <a href="Dreifaltigkeitskirche_(Gaibach)" title="Dreifaltigkeitskirche (Gaibach)">Dreifaltigkeitskirche</a> in <a href="Gaibach" title="Gaibach">Gaibach</a> und befindet sich heute im Würzburger Museum für Franken. Zur Anpassung des Kunstwerks an die Museumsräumlichkeiten wurden größere Eingriffe in die Substanz des Epitaphs vorgenommen.
</p><p>Emes Arbeitsweise wurde bereits in den 1920er Jahren beschrieben. Er arbeitete vor allem mit dem Rhön-Sandstein seiner Münnerstädter Heimat. Für das Echter-Epitaph benutzte er jedoch auch <a href="Alabaster" title="Alabaster">Alabaster</a>. Wegen der Vielzahl von Arbeiten, die sich von Emes erhalten haben, ist insbesondere bei seinen Bildstöcken die Entwicklung seines Stils nachweisbar.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieser wird als malerisch beschrieben, daneben tauchen immer wieder Zuschreibungen wie „<a href="Impressionismus" title="Impressionismus">impressionistisch</a>“<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> auf. Die Sandsteinarbeiten des Künstlers sind heute vom Verfall bedroht.
</p>
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<div style="clear:both;"></div>
</div></div>
<ul><li>nach 1580: Wappenschild, <a href="Hohntor" title="Hohntor">Hohntor</a> <a href="Neustadt_an_der_Saale" class="mw-redirect" title="Neustadt an der Saale">Neustadt an der Saale</a></li>
<li>1600: Epitaph für Jakob Baimer, <a href="St._Trinitatis_(Aschach)" title="St. Trinitatis (Aschach)">Pfarrkirche</a> <a href="Aschach_(Bad_Bocklet)" title="Aschach (Bad Bocklet)">Aschach</a></li>
<li>1602: Wappenschild, <a href="Burglauer" title="Burglauer">Burglauer</a></li>
<li>1609: Bildstock für Kilian Gullmann, <a href="W%C3%BClfershausen_an_der_Saale" title="Wülfershausen an der Saale">Wülfershausen an der Saale</a></li>
<li>1610: Bildstock, Münnerstadt</li>
<li>1610: Wappenschild, <a href="St._Maria_Magdalena_(M%C3%BCnnerstadt)" title="St. Maria Magdalena (Münnerstadt)">Pfarrkirche</a> Münnerstadt</li>
<li>1610/1615: Auferstehungsrelief, <a href="St._Laurentius_(Thundorf)" title="St. Laurentius (Thundorf)">Pfarrkirche</a> <a href="Thundorf_in_Unterfranken" title="Thundorf in Unterfranken">Thundorf in Unterfranken</a></li>
<li>1611: Portal, Deutschordensschloss Münnerstadt</li>
<li>1612: Bildstock, Großbardorf</li>
<li>1613: Wappenschild, Pfarrkirche Aschach</li>
<li>1614: Wappenschild, Pfarrkirche <a href="Saal_an_der_Saale" title="Saal an der Saale">Saal an der Saale</a></li>
<li>1614/1615: Epitaph für Valentin Echter von Mespelbrunn, heute <a href="Museum_f%C3%BCr_Franken" title="Museum für Franken">Museum für Franken</a> Würzburg</li>
<li>1615: Bildstock, <a href="Mellrichstadt" title="Mellrichstadt">Mellrichstadt</a></li>
<li>1616: Bildstock, <a href="Gro%C3%9Fwenkheim" title="Großwenkheim">Großwenkheim</a>, abgegangen</li>
<li>1616: Wappenstein, <a href="Bad_K%C3%B6nigshofen_im_Grabfeld" title="Bad Königshofen im Grabfeld">Bad Königshofen im Grabfeld</a></li>
<li>1617: Bildstock, <a href="Geckenau" title="Geckenau">Geckenau</a></li>
<li>1617: Bildstock, Saal an der Saale</li>
<li>1629: Bildstock, <a href="Sulzfeld_im_Grabfeld" class="mw-redirect" title="Sulzfeld im Grabfeld">Sulzfeld im Grabfeld</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Kathrin Brandmair: <i>„Dein Scheiden mir mein Hertz zerbricht...“. Das Epitaph des Valentin Echter von Mespelbrunn (= Ans Werk – 100 Jahre Mainfränkisches Museum Würzburg)</i>. Würzburg 2013, ISBN 978-3-932461-40-8.</li>
<li>Leo Bruhns: <i>Die Würzburger Bildhauer der Renaissance und des werdenden Barock. 1540–1650</i>. München 1923.</li>
<li>Heinrich Mehl: <i>Fränkische Bildstöcke in Rhön und Grabfeld. Frommer Sinn und kulturelles Erbe (= Land und Leute)</i>. Echter Verlag, Würzburg 1978, ISBN 3-429-00538-8.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Julius_Emes?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Julius Emes</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Kathrin Brandmair: <i>„Dein Scheiden mir mein Hertz zerbricht…“. Das Epitaph des Valentin Echter von Mespelbrunn (= Ans Werk – 100 Jahre Mainfränkisches Museum Würzburg)</i>. Würzburg 2013, ISBN 978-3-932461-40-8. S. 15.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Kathrin Brandmair: <i>„Dein Scheiden mir mein Hertz zerbricht…“. Das Epitaph des Valentin Echter von Mespelbrunn (= Ans Werk – 100 Jahre Mainfränkisches Museum Würzburg)</i>. Würzburg 2013, ISBN 978-3-932461-40-8. S. 18.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Heinrich Mehl: <i>Fränkische Bildstöcke in Rhön und Grabfeld. Frommer Sinn und kulturelles Erbe (= Land und Leute)</i>. Echter Verlag, Würzburg 1978, ISBN 3-429-00538-8. S. 114–121.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Bavarikon: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bavarikon.de/object/bav:UBR-BOS-0000P190XTB00043"><i>Emes, Julius: * 17. Jh; Bildhauer</i></a>, abgerufen am 13. August 2023.</span>
</li>
</ol>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/133511146">133511146</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/11037476/">11037476</a></span> | </div>
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